Winterszeit, Bestenlistenzeit. Ohne viel Vorgerede: Hier nun
die wirklich besten Filme des herkömmlichen Kinobetriebs 2011! Viel Spaß und nicht vergessen: „The
game is not just vulgar, it’s stupid. Yet we all love games.“ (David Thomson)
Platz 10: Tucker & Dale VS. Evil
Ein drolliger zehnter Platz bevor es gleich allzu ernst wird. Tucker & Dale sorgten dafür, dass der Horrorfilm auch 2011 sein Lächeln nicht verliert und dieses Lächeln nicht zu blöd wird. Eine Parodie für volle Säle, Gejohle und gute Laune.
Eine Gruppe Teens fährt zum Feiern und Zelten in einsame Südstaatenwälder und entdeckt schnell, dass sie doch nicht ganz allein sind. Eine unheimliche Hütte, bewohnt von zwei Kettensägen schwingenden Hillbillys, wird rasch das Zentrum ihrer Aufmerksamkeit. Die Kids beschließen, den vermutlich sadistischen Hinterwäldlern lieber den Garaus zu machen, bevor diese das Gleiche mit ihnen selbst tun können. Da die beiden Hillbillys, Tucker & Dale, allerdings die nettesten Typen der Welt sind, führen die Bemühungen der Teens zu einer Verkettung ziemlich schenkelklopfiger Missverständnisse. Tucker & Dale halten sich selbst jedenfalls für Opfer eines wahnsinnigen Selbstmordkultes. Der Film lebt davon, dass wirklich sämtliche Dialoge und Handlungen doppelte Lesarten anbieten, und wir Zuschauer aus ihnen eine Dritte entschlüsseln müssen. Diese Form der Komik ist näher an Some Like It Hot als an Scary Movie-Schrott und macht Tucker & Dale VS. Evil zu der vielleicht besten Horror-Komödie seit Shaun of the Dead.
Ein drolliger zehnter Platz bevor es gleich allzu ernst wird. Tucker & Dale sorgten dafür, dass der Horrorfilm auch 2011 sein Lächeln nicht verliert und dieses Lächeln nicht zu blöd wird. Eine Parodie für volle Säle, Gejohle und gute Laune.
Eine Gruppe Teens fährt zum Feiern und Zelten in einsame Südstaatenwälder und entdeckt schnell, dass sie doch nicht ganz allein sind. Eine unheimliche Hütte, bewohnt von zwei Kettensägen schwingenden Hillbillys, wird rasch das Zentrum ihrer Aufmerksamkeit. Die Kids beschließen, den vermutlich sadistischen Hinterwäldlern lieber den Garaus zu machen, bevor diese das Gleiche mit ihnen selbst tun können. Da die beiden Hillbillys, Tucker & Dale, allerdings die nettesten Typen der Welt sind, führen die Bemühungen der Teens zu einer Verkettung ziemlich schenkelklopfiger Missverständnisse. Tucker & Dale halten sich selbst jedenfalls für Opfer eines wahnsinnigen Selbstmordkultes. Der Film lebt davon, dass wirklich sämtliche Dialoge und Handlungen doppelte Lesarten anbieten, und wir Zuschauer aus ihnen eine Dritte entschlüsseln müssen. Diese Form der Komik ist näher an Some Like It Hot als an Scary Movie-Schrott und macht Tucker & Dale VS. Evil zu der vielleicht besten Horror-Komödie seit Shaun of the Dead.
Platz 9: Liebesfilme (Beginners = The Future = Copie
conforme)
Ein Mogelpackung von einem neunten Platz: Mike Mills brachte uns 2011 mit „Beginners“ einen so zuckersüßen wie hippen Liebesfilm, der leider vor Sex halt machte, aber so vollgestopft war mit Schläue, dass einige seiner Ideen tatsächlich zündeten. Von Mike Mills Frau, Miranda July, kam dieses Jahr der allseits abgestrafte „The Future“. Mal so sagen: Wer sich für Julys bisheriges Schaffen interessierte, der wird auch in „The Future“ viel Lohnenswertes entdecken können. Für alle anderen, alle über 35 und alle, die bereits ein paar Jahre verheiratet sind, gab es dieses Jahr den hierzulande ziemlich untergegangenen „Copie conforme“ ( „Die Liebesfälscher“) des Iraners Abbas Kiarostami. Ein intellektuelles Rätsel zur Frage des Verhältnisses von Original und Kopie auf Französich, Italienisch und Englisch, mit Juliette Binoche und William Shimell vor toskanischer Kulisse. In fließenden Übergängen spielen die zwei verschiedene Möglichkeiten von Beziehung zwischen Frau und Mann durch. Zu allem Überfluss ist das alles auch noch leicht, elegant und gar nicht so bieder wie es hier jetzt klingt. Lädt zum mehrmaligen Gucken ein.
Ein Mogelpackung von einem neunten Platz: Mike Mills brachte uns 2011 mit „Beginners“ einen so zuckersüßen wie hippen Liebesfilm, der leider vor Sex halt machte, aber so vollgestopft war mit Schläue, dass einige seiner Ideen tatsächlich zündeten. Von Mike Mills Frau, Miranda July, kam dieses Jahr der allseits abgestrafte „The Future“. Mal so sagen: Wer sich für Julys bisheriges Schaffen interessierte, der wird auch in „The Future“ viel Lohnenswertes entdecken können. Für alle anderen, alle über 35 und alle, die bereits ein paar Jahre verheiratet sind, gab es dieses Jahr den hierzulande ziemlich untergegangenen „Copie conforme“ ( „Die Liebesfälscher“) des Iraners Abbas Kiarostami. Ein intellektuelles Rätsel zur Frage des Verhältnisses von Original und Kopie auf Französich, Italienisch und Englisch, mit Juliette Binoche und William Shimell vor toskanischer Kulisse. In fließenden Übergängen spielen die zwei verschiedene Möglichkeiten von Beziehung zwischen Frau und Mann durch. Zu allem Überfluss ist das alles auch noch leicht, elegant und gar nicht so bieder wie es hier jetzt klingt. Lädt zum mehrmaligen Gucken ein.
Platz 8: Tyrannosaur
Das englische Kitchen-Sink-Drama des Jahres. Den Working-Class-Man Joseph (Peter Mullan) plagen Wut, Zorn und ein ausgeprägter Hang zur Selbstzerstörung. Eines Tages offenbart sich ihm eine Möglichkeit der Erlösung, die in Form der christlichen Wohltätigkeitsarbeiterin Hannah (Olivia Colman) auftritt. Schnell aber ist klar, dass es eigentlich Hannah ist, die Hilfe braucht. Paddy Considines Regiedebüt unterscheidet sich vor allem im Detail vom Arthouseinerlei des sozialrealistischen Dramas und findet trotz all seiner rohen Kraft und bisweilen schockierenden Wendungen immer wieder einsichtige Ruhepunkte, in denen er das Konkrete überwindet und eine allegorische Größe gewinnt: Aschfahler Himmel, tote Bäume im Garten, Höllenhunde in der Nachbarschaft und Hass, Hass, Hass und Vergebung.
Das englische Kitchen-Sink-Drama des Jahres. Den Working-Class-Man Joseph (Peter Mullan) plagen Wut, Zorn und ein ausgeprägter Hang zur Selbstzerstörung. Eines Tages offenbart sich ihm eine Möglichkeit der Erlösung, die in Form der christlichen Wohltätigkeitsarbeiterin Hannah (Olivia Colman) auftritt. Schnell aber ist klar, dass es eigentlich Hannah ist, die Hilfe braucht. Paddy Considines Regiedebüt unterscheidet sich vor allem im Detail vom Arthouseinerlei des sozialrealistischen Dramas und findet trotz all seiner rohen Kraft und bisweilen schockierenden Wendungen immer wieder einsichtige Ruhepunkte, in denen er das Konkrete überwindet und eine allegorische Größe gewinnt: Aschfahler Himmel, tote Bäume im Garten, Höllenhunde in der Nachbarschaft und Hass, Hass, Hass und Vergebung.
Platz 7: Somos lo que hay
Die Verquickung von Arthouse-Drama und Horrorfilm hat in letzter Zeit zu einer ganzen Reihe interessanter Filme geführt (wohl, weil der Mainstream-Horrorfilm seit Jahren in der Bedeutungslosigkeit rumdümpelt). Einer davon war dieses Jahr das mexikanische Kannibalen-Drama „Somos lo que hay“ („Wir sind was wir sind“). Dass sich Regisseur Jorge Michel Grau für seine Mixtur dabei ausgerechnet den Kannibalenfilm aussucht, ist die vielleicht unwahrscheinlichste aller möglichen Entscheidungen. Denn dieses Subgenre fristet gerade auf Grund der unangenehmen Wahrscheinlichkeit seiner höchst asozialen Prämisse (im Ggs. zu Untoten, Vampiren u. ä.) im Horrorzirkel ein eher abseitiges Nischendasein. Das Asoziale aber kommt Grau für seine Parabel höchst gelegen. Er braucht lange gar nicht zeigen, was der Zuschauer eh schon weiß, sondern kann sich ganz auf die Probleme einer Familie ohne Vater, auf ihren Kampf ums Überleben konzentrieren. Wer das relativ blutige Finale einigermaßen gut verkraften konnte, sollte übrigens unbedingt einen Blick auf Lucky McKees „The Woman“ riskieren. Ein ziemlich fordernder und so krasser wie außergewöhnlicher Festivalreißer, der es in Deutschland auf Grund eines Missverständnisses immerhin in die ganz späte Spätschiene einiger Multiplexe geschafft hat.
Die Verquickung von Arthouse-Drama und Horrorfilm hat in letzter Zeit zu einer ganzen Reihe interessanter Filme geführt (wohl, weil der Mainstream-Horrorfilm seit Jahren in der Bedeutungslosigkeit rumdümpelt). Einer davon war dieses Jahr das mexikanische Kannibalen-Drama „Somos lo que hay“ („Wir sind was wir sind“). Dass sich Regisseur Jorge Michel Grau für seine Mixtur dabei ausgerechnet den Kannibalenfilm aussucht, ist die vielleicht unwahrscheinlichste aller möglichen Entscheidungen. Denn dieses Subgenre fristet gerade auf Grund der unangenehmen Wahrscheinlichkeit seiner höchst asozialen Prämisse (im Ggs. zu Untoten, Vampiren u. ä.) im Horrorzirkel ein eher abseitiges Nischendasein. Das Asoziale aber kommt Grau für seine Parabel höchst gelegen. Er braucht lange gar nicht zeigen, was der Zuschauer eh schon weiß, sondern kann sich ganz auf die Probleme einer Familie ohne Vater, auf ihren Kampf ums Überleben konzentrieren. Wer das relativ blutige Finale einigermaßen gut verkraften konnte, sollte übrigens unbedingt einen Blick auf Lucky McKees „The Woman“ riskieren. Ein ziemlich fordernder und so krasser wie außergewöhnlicher Festivalreißer, der es in Deutschland auf Grund eines Missverständnisses immerhin in die ganz späte Spätschiene einiger Multiplexe geschafft hat.
Platz 6: Meek’s Cutoff
Amerika. Es ist das Jahr 1845. Nichts als Sand und Steppe und kein Wasser weit und breit. Kelly Reichardt („Old Joy“, „Wendy & Lucy“) nimmt uns mit auf die beschwerliche Reise eines kleinen Trecks von Siedlern auf ihrem Weg in den Westen. In Schrittgeschwindigkeit. Wir bleiben bei den feuerholzsammelnden Frauen, während die Männer auf ihren Pferden davon reiten. Anti-episch bis zuletzt, verkleinert „Meek’s Cutoff“ die Leinwand auf anachronistisches 4:3, wie man es ganz früher tat und macht dadurch die Gesichter groß und die Landschaft klein. Ein Post-Western Western, der von uns fordert, geduldig zu sein. Für alle, die den famosen „Winter’s Bone“ schon gesehen haben und neugierig sind, was bei den US-Indies noch so geht.
Amerika. Es ist das Jahr 1845. Nichts als Sand und Steppe und kein Wasser weit und breit. Kelly Reichardt („Old Joy“, „Wendy & Lucy“) nimmt uns mit auf die beschwerliche Reise eines kleinen Trecks von Siedlern auf ihrem Weg in den Westen. In Schrittgeschwindigkeit. Wir bleiben bei den feuerholzsammelnden Frauen, während die Männer auf ihren Pferden davon reiten. Anti-episch bis zuletzt, verkleinert „Meek’s Cutoff“ die Leinwand auf anachronistisches 4:3, wie man es ganz früher tat und macht dadurch die Gesichter groß und die Landschaft klein. Ein Post-Western Western, der von uns fordert, geduldig zu sein. Für alle, die den famosen „Winter’s Bone“ schon gesehen haben und neugierig sind, was bei den US-Indies noch so geht.
Platz 5: Cave of Forgotten Dreams
Werner Herzog steigt hinab, zeigt uns die ältesten Höhlenmalereien der Welt in 3D und erschafft ein Dokument, das mit auf die Golden Record der nächsten Weltraumsonde gehört. Obendrauf ist Herzog äußerst gut aufgelegt und belohnt den Zuschauer (und ganz, ganz vielleicht irgendwann auch Außerirdische) mit Wernerismen noch und nöcher. Es ist das erste Mal, dass ich die 3D-Technik als zweckmäßig beschreiben würde. Herzogs Kollege Wenders hatte ja dieses Jahr ebenfalls einen 3D-Film am Start. Den missratenen „Pina“ mit aber ebenfalls überaus gelungenem Einsatz der 3D-Technik. Langsam bekommt man auch im alltäglichen Kinogeschäft einen Eindruck davon, was hinter dieser Technik alles für Möglichkeiten stecken. Demnächst bei Scorseses „Hugo“ hoffentlich mehr davon.
Werner Herzog steigt hinab, zeigt uns die ältesten Höhlenmalereien der Welt in 3D und erschafft ein Dokument, das mit auf die Golden Record der nächsten Weltraumsonde gehört. Obendrauf ist Herzog äußerst gut aufgelegt und belohnt den Zuschauer (und ganz, ganz vielleicht irgendwann auch Außerirdische) mit Wernerismen noch und nöcher. Es ist das erste Mal, dass ich die 3D-Technik als zweckmäßig beschreiben würde. Herzogs Kollege Wenders hatte ja dieses Jahr ebenfalls einen 3D-Film am Start. Den missratenen „Pina“ mit aber ebenfalls überaus gelungenem Einsatz der 3D-Technik. Langsam bekommt man auch im alltäglichen Kinogeschäft einen Eindruck davon, was hinter dieser Technik alles für Möglichkeiten stecken. Demnächst bei Scorseses „Hugo“ hoffentlich mehr davon.
Platz 4: Attack the Block
„Attack the Block“ war nicht nur der besserer „Super 8“, er war schlicht der bessere Blockbuster. Keine der diesjährigen, an der Fantastik interessierten Großproduktionen (auch nicht der überraschend gute „Rise of the Planet of the Apes“ oder der unebene „Tin Tin“) war so spannend, rasant, jung, mutig, hip, witzig, schnell und bissig – schlicht: unterhaltsam – wie dieses Regiedebüt des 42-jährigen Britten Joe Cornish. Dizzee Rascal auf Speed, Banksy ohne doppeltem Boden, George Lucas mit Mumm! Würde sich noch irgendwer zwischen 13 und 18 Jahren für Filme interessieren – dies wäre euer Shit! Stattdessen ist er Jugendelixier für jene, die noch nicht völlig bocklos geworden sind.
„Attack the Block“ war nicht nur der besserer „Super 8“, er war schlicht der bessere Blockbuster. Keine der diesjährigen, an der Fantastik interessierten Großproduktionen (auch nicht der überraschend gute „Rise of the Planet of the Apes“ oder der unebene „Tin Tin“) war so spannend, rasant, jung, mutig, hip, witzig, schnell und bissig – schlicht: unterhaltsam – wie dieses Regiedebüt des 42-jährigen Britten Joe Cornish. Dizzee Rascal auf Speed, Banksy ohne doppeltem Boden, George Lucas mit Mumm! Würde sich noch irgendwer zwischen 13 und 18 Jahren für Filme interessieren – dies wäre euer Shit! Stattdessen ist er Jugendelixier für jene, die noch nicht völlig bocklos geworden sind.
Platz 3: Bridesmaids
Neben den Diskussionen, die der diesjährige Titelgewinner auslöste, hieß eines der anderen großen Kino-Themen 2011 wohl Female-Empowerment. Aufgeheizt durch Zack Snyders Superkrücke „Sucker Punch“, den Fernseherfolg um „30 Rock“ (und ein kleines bisschen „Parks & Rec“) wurde „Bridesmaids“ die Gallionsfigur eines wohl leider doch nicht vorhandenen Movements im US-amerikanischen Mainstream-Kino. Das wäre alles egal, wenn diese derbe Komödie nicht tatsächlich so gut wäre, wie sie nun mal ist. Kein Spezialistentum, sondern im besten Sinne tauglich für den Mainstream à la Golden-Age-of-Hollywood. Davon gerne viel, viel mehr.
Neben den Diskussionen, die der diesjährige Titelgewinner auslöste, hieß eines der anderen großen Kino-Themen 2011 wohl Female-Empowerment. Aufgeheizt durch Zack Snyders Superkrücke „Sucker Punch“, den Fernseherfolg um „30 Rock“ (und ein kleines bisschen „Parks & Rec“) wurde „Bridesmaids“ die Gallionsfigur eines wohl leider doch nicht vorhandenen Movements im US-amerikanischen Mainstream-Kino. Das wäre alles egal, wenn diese derbe Komödie nicht tatsächlich so gut wäre, wie sie nun mal ist. Kein Spezialistentum, sondern im besten Sinne tauglich für den Mainstream à la Golden-Age-of-Hollywood. Davon gerne viel, viel mehr.
Platz 2: Melancholia
Zum Glück spielt das Verhalten Lars von Triers für sein Kino keine Rolle. Ich bin endlos froh darüber, dass dieser eigenartige Däne nicht aufhört Filme zu machen, die sonst keiner machen kann. Manches Mal schießt er dabei durchaus übers Ziel hinaus. Wir erinnern uns (oder doch lieber nicht?!) an die Feel-bad-Orgie „Antichrist“. Manchmal trifft er aber auch genau und pfeilpräzise ins Schwarze! Wäre von Trier nicht von Trier, wäre dieser wundervolle Film wohl niemals in den regulären Spielbetrieb der Kinosäle Deutschlands gekommen (da fallen ja sonst noch ganz andere Glanzstücke untern Tisch). Zum Glück war er es aber. Wegen Filmen wie „Melancholia“ kann ich noch immer sagen: Ich liebe Kino.
Zum Glück spielt das Verhalten Lars von Triers für sein Kino keine Rolle. Ich bin endlos froh darüber, dass dieser eigenartige Däne nicht aufhört Filme zu machen, die sonst keiner machen kann. Manches Mal schießt er dabei durchaus übers Ziel hinaus. Wir erinnern uns (oder doch lieber nicht?!) an die Feel-bad-Orgie „Antichrist“. Manchmal trifft er aber auch genau und pfeilpräzise ins Schwarze! Wäre von Trier nicht von Trier, wäre dieser wundervolle Film wohl niemals in den regulären Spielbetrieb der Kinosäle Deutschlands gekommen (da fallen ja sonst noch ganz andere Glanzstücke untern Tisch). Zum Glück war er es aber. Wegen Filmen wie „Melancholia“ kann ich noch immer sagen: Ich liebe Kino.
Platz 1: The Tree of Life
Was wurde über „Tree of Life“ nicht alles geschrieben! Er wurde mit Bewunderung, Liebe, Ehrfurcht, Häme, Hass und Verachtung überhäuft. Die Besprechungen glichen nicht selten eher Einführungstexten zu Heidegger-Seminaren oder gleich Glaubensbekenntnissen und es wurde zum Kritikersport, die wirklich wahre Bedeutung hinter diesem Werk in mühevoller Bierernsthaftigkeit herauszuarbeiten. Für mich war all die hühnerstallige Aufregung unglaublich spannend! Mitzuerleben, welche breite kulturelle Kraft auch 2011 ein Kinofilm noch entfalten kann. Möglicherweise ist „Tree of Life“ am Ende tatsächlich bloß ein großer Gottesdienst, aber wenn, dann ist es der beste Gottesdienst, dem ich jemals beigewohnt habe. Womit ich kein Problem habe. Dieses Jahr geht nun der erste Platz an Terrence Malicks „Tree of Life“. Nicht unbedingt im Sinne eines besten aller Filme, sondern schlicht für seine Leistung, AM MEISTEN FILM zu sein.
Was wurde über „Tree of Life“ nicht alles geschrieben! Er wurde mit Bewunderung, Liebe, Ehrfurcht, Häme, Hass und Verachtung überhäuft. Die Besprechungen glichen nicht selten eher Einführungstexten zu Heidegger-Seminaren oder gleich Glaubensbekenntnissen und es wurde zum Kritikersport, die wirklich wahre Bedeutung hinter diesem Werk in mühevoller Bierernsthaftigkeit herauszuarbeiten. Für mich war all die hühnerstallige Aufregung unglaublich spannend! Mitzuerleben, welche breite kulturelle Kraft auch 2011 ein Kinofilm noch entfalten kann. Möglicherweise ist „Tree of Life“ am Ende tatsächlich bloß ein großer Gottesdienst, aber wenn, dann ist es der beste Gottesdienst, dem ich jemals beigewohnt habe. Womit ich kein Problem habe. Dieses Jahr geht nun der erste Platz an Terrence Malicks „Tree of Life“. Nicht unbedingt im Sinne eines besten aller Filme, sondern schlicht für seine Leistung, AM MEISTEN FILM zu sein.
Ich wünsche allen Lesern des Affekt-Blogs frohe Weihnachten
und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
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| ...and a happy new year |
Der Text erschien im
Dezember 2011 beim Affekt-Blog.











